2015 hatte ich frisch promoviert und keinen Job. Ich habe 40 Bewerbungen geschrieben und 40 Absagen kassiert. Irgendwann saß ich da und dachte: Vielleicht bin ich einfach nicht gut genug.
War ich nicht.
Den Wendepunkt brachte eine 14-tägige Weiterbildung. Zwei Wochen, in denen ich zum ersten Mal verstand, wie Bewerbungsprozesse wirklich funktionieren. Wo Firmen suchen. Wie Recruiter denken. Worauf sie achten.
Aber das System hat sich nicht in zwei Wochen offenbart. Es hat sich über Jahre aufgebaut. Die ersten 20 Bewerbungen nach der Weiterbildung brachten 5 Einladungen und 2 Zusagen.
Ohne einen einzigen Tag industrielle Berufserfahrung.
Innerhalb von zwei Jahren hatte ich 40.000 € mehr Gehalt verhandelt. Danach habe ich nicht aufgehört zu lernen: fünf Jobwechsel insgesamt, jedes Mal eigene Bewerbungsrunden, jedes Mal neue Erkenntnisse. Parallel habe ich angefangen, andere zu begleiten: erst Freunde und ehemalige Kommilitoninnen, später Klienten. Und gesehen, dass das, was bei mir funktioniert hatte, auch bei anderen funktioniert.
Den entscheidenden Schritt brachten aber die drei Jahre, in denen ich selbst Teamleiterin im Pharma-Konzern war. Habe Bewerbungen gelesen, Kandidaten ausgewählt, entschieden, wer zum Gespräch kommt. Damit kannte ich nicht mehr nur die Seite der Bewerberin. Sondern auch die andere Seite des Schreibtisches.
Wenn ich heute eine Bewerbungsrunde mache, sieht das so aus: Sieben Bewerbungen, drei Einladungen. In den Gesprächen höre ich Sätze wie „Sie sind unsere Favoritin" oder „Sie sind der Perfect Match für diese Stelle."
Heute begleite ich Akademiker und qualifizierte Fachkräfte auf genau diesem Weg. Immer wieder höre ich denselben Satz zurück: „Warum hat mir das vorher niemand so erklärt?"
Stefanie Ronzheimer
Bewerbungsstrategin · Recruiter verstehen, Traumjob finden.